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Freiwillige Feuerwehr Auderath

 

 

Im Jahr 1948 wurde mit einem großen Gründungsfest die Freiwillige Feuerwehr Auderath gegründet. Zuvor waren die Feuerwehren in den Ortsgemeinden in der Regel als Pflichtfeu­erwehren organisiert. Träger der Pflichtfeuerwehr war die Ortsgemeinde. In ihr hatten „alle tauglichen Männer bis zu einem gewissen Alter“ bei Bränden aktiv einzugreifen. Richtlinien hierzu wurden in einer Feuerordnung von der damaligen Preußischen Regierung des Rhein­landes 1837 erstmals erlassen. Vorher sah man Brandkatastrophen wie Unwetter und Natur­gewalten als „gottgegeben“ an. Eine Organisation des Brandschutzes war im ländlichen Raum nicht vorhanden.

Brände kamen zu jener Zeit häufiger vor, da in den Häusern oftmals offene Feuerstellen vor­handen und die Kamine stark verrußt waren, weil die Schornsteinreinigung noch nicht ver­pflichtend war. Auch war die Mehrzahl der Häuser mit leicht entzündlichem Stroh gedeckt. Als Ausrüstung standen der Auderather Pflichtfeuerwehr um 1850 lediglich Ledereimer zur Verfügung.

In anderen Ortschaften waren die Feuerwehren zu jener Zeit schon mit Handdruckspritzen ausgerüstet. Eine selbige für Auderath zu beschaffen, wurde seinerzeit im Gemeinderat zwar diskutiert, aber nicht beschlossen.

Am 29.09.1856 wurde Auderath von einem großen Brandunglück heimgesucht, dem eine Vielzahl der Häuser des Dorfes zum Opfer fielen. Eine Ausbreitung des Feuers auf den gan­zen Ort konnte von der damaligen Feuerwehr unter Zuhilfenahme der vorhandenen beschei­denen Mittel (Löscheimer) nicht verhindert werden. Nach dem Brandunglück wollte nun die Gemeinde eine Druckspritze beschaffen; jetzt fehlten hierfür aber die finanziellen Mittel, da die meisten Auderather Bürger in Folge des Großbrandes verarmt waren.

Hierzu steht in den Protokollbüchern der Gemeinde:

„Betreffend die Beschaffung der Mittel wegen der Kosten für eine Feuerspritze, verschie­dentliche Beratungen stattgefunden, sieht der Gemeinderat sich in die traurige Nothwendig­keit versetzt, aus den allbekannten infolge des schweren Brandunglücks, welches die Einwoh­ner unserer Gemeinde am 29.09.1856 betroffen hat, eingetretenen Bedrängnis zu er­klären, dass für jetzt sowohl auch für das folgende Jahr keine Möglichkeit vorhanden ist, aus dem Gemeindevermögen, noch viel weniger durch außerordentliche Steuerbeschläge die Mittel für Beschaffung einer Kübelspritze aufzubringen.“

In den 1860er Jahren ist es der Gemeinde dann gelungen, eine solche Spritze und noch wei­tere Ausrüstungsgegenstände (Schläuche, Einreißhaken) zu beschaffen und ein Spritzenlokal (Spritzenhaus) herzurichten.

Im Jahr 1870 erkannte die Gemeinde ein weiteres Problem. Im Beschlussbuch der Gemeinde steht hierzu: „Nachdem die Gemeinde in den letzten Jahren bedeutende Opfer gebracht hat um in den Besitz einer Feuerspritze, der nötigen Brandeimer und Haken sowie eines Sprit­zenlokales für Aufbewahrung dieser Gegenstände zu gelangen, fehlt es ihr nunmehr noch am allernotwendigsten Löschmittel nämlich dem Wasser, indem im Ort Auderath nur ein Brand­weiher vorhanden ist, der zugleich als Viehtränke benötigt wird, welcher aber bei trockener Jahreszeit versiegt, so dass bei dem Ausbruch eines Brandunglückes trotz der vorhandenen Löschutensilien an eine wirksame Hilfe nicht gedacht werden kann.“ Der Gemeinderat be­schloss nun, drei gemeindeeigene Grundstücke zu versteigern, um mit dem Erlös einen Brandweiher herrichten zu lassen und sich an dem Bau einer Wasserleitung zu beteiligen. Ausgeführt wurde der Beschluss jedoch nicht. In einem Brief forderte der Amtsbürgermeister im Jahr 1880 die Gemeinde auf, „dass nach Maßgabe der in Kraft getretenen Feuerordnung für die Gemeinde Auderath Fässer und Bütten zum Wassertransport beschafft werden sollen.“ Der Gemeinderat beschloss hierzu: „In Erwägung, dass Fässer und Bütten wohl nicht lange Zeit für Wasser haltbar erscheinen, auch immer genug Bütten bei einem etwaigen Gebrauch in jedem Hause vorhanden sind, so kann von einer externen Beschaffung abgesehen werden.“ Die Fässer und Bütten wurden also nicht beschafft, da sie nicht ewig halten würden.

Im Jahr 1907 beschloss der Gemeinderat, „die Mitglieder der Pflichtfeuerwehr gegen Unfälle und Krankheiten, die sie sich in Ausübung des Feuerlöschdienstes zuziehen, auf Kosten der Gemeinde bei der Feuerwehr Unfallkasse der Rheinprovinz zu Düsseldorf nach Maßgabe der Bestimmungen des Statuts dieser Kasse zu versichern“.

Im Jahr 1908 beabsichtigte die Gemeinde wiederum, „einem dringenden Bedürfnis abzuhel­fen, einen Brandweiher herstellen zu lassen, dessen Kosten nach dem Kreisbautechniker zu Cochem auf 930,- Mark beziffert werden“. Jetzt endlich konnte das Vorhaben realisiert wer­den und es wurde unterhalb des Hauses Stein (ehem. Pfarrhaus) ein Brandweiher angelegt, der mit Ziegelsteinen gefasst war sowie eine gemauerte Gewölbedecke zum Schutz besaß.

1913 werden für die Pflichtfeuerwehr 16 Meter Schlauch und 10 Feuereimer beschafft.

Eine Erhöhung der Prämienzahlung der Versicherung für die Feuerwehrmitglieder lehnte man im Jahr 1922 ab.

Dem damaligen Spritzenmeister Johann Gerhartz wurde 1923 „für die Instandhaltung der Feuerspritze und Feuerlöschgeräte insofern eine Vergütung gewährt, als es für den Aufwand an Zeit und Lieferung von Material dem jeweiligen Tagelohn und Material entspricht“.

1927 erwarb man für 140 Reichsmark Feuerlöschgerätschaften und im Jahr 1932 hielt man vier Feuerwehrübungen ab, darunter eine Alarmübung am Pfingstmontag um 15:00 Uhr. Die Spritze war zu jener Zeit am alten Backes in einem Spritzenlokal/Schuppen untergebracht. 1937 wurde auf dem Gartengrundstück von Nikolaus Zirwes (heute Mehrfamilienhaus Müh­lenweg) ein größerer Brandweiher ausgehoben.

Noch während des Zweiten Weltkrieges wurde beabsichtigt einen betonierten Wasserbehälter herzustellen. Nach dem Kriege sollte hierauf, wie auch in anderen Orten (z. B. Gillenbeuren) geschehen, das neue Spritzenhaus errichtet werden. Im Protokollbuch des Jahres 1943 steht hierzu: „Die Gemeinderäte waren sich darüber einig, dass die Anlage einer Feuerlöschstelle ein dringendes Bedürfnis ist. Es ist hierzu die Stelle der Viehtränke unterhalb des Backhauses vorgesehen. Hier dürfte die Schaffung eines Behälters von neun Metern Länge und vier Me­tern Breite bei zwei Metern Tiefe möglich sein. Das ergäbe einen Inhalt von 72 cbm, der aus­reicht. Der Überlauf kann in den Kanal geführt werden und später in der Kanalisation aufge­fangen werden. Es empfiehlt sich soweit vom Giebel des Backhauses wegzubleiben, dass vor­erst das Spritzenhaus hier stehen bleiben kann und eine Unterfangung des Giebels nicht not­wendig ist. 100 Sack Zement dürften ausreichen. Eisenträger stehen von der Schule her zur Verfügung, so dass dieses Vorhaben auch im Kriege durchführbar ist. Die entspre­chenden Mittel sind im Haushaltsplan 1944 vorzusehen. Wenn nach dem Kriege das (alte) Spritzen­haus entfernt werden kann, ist diese Anlage geeignet am Dorfplatz zu einer Verschö­nerung des Ortsbildes beizutragen.“ Dieser zu jener Zeit sehr fortschrittliche Beschluss wurde leider nicht mehr umgesetzt.

Die Feuerwehr musste noch viele Jahre mit dem baufälligen alten Spritzenhaus vorlieb neh­men.

 

1948 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Auderath

 

Hoastes Mattes (Matthias Saxler) und Bayer Alois (Alois Steffes) sollten im Jahr 1948 bei Kniepesch (heute Werner Steimers) im Hof planen, wie man die Scheune höher bauen könnte. Da meinte Mattes auf einmal: „Alois, wäste bat? Mir gründen en Feijerwehr. Wenn et da brennt, springen ech of mei Fohrrad un dann seijn ech als eechte do.“ Alois überlegte noch, aber Mattes meinte: „Dou jäs jerroad ronn, mir seijn doch louter on Oudat. Komm hout Owend beij os häm (Schnäidisch Wirtschaft, heute Altes Jagdhaus), da maache mir dat.“ In­zwischen kam Schäwesch Klos (Nikolaus Steimers) dazu und er wollte auch sofort helfen. Als man sich abends in der Wirtschaft traf, waren schnell einige weitere gefunden, die gerne mitmachten und man begann ein großes Gründungsfest zu planen.

Gründungsmitglieder der im Jahr 1948 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Auderath waren Karl Mindermann, Josef Perling, Johann Risser, Adam Saxler, Matthias Saxler, Ludwig Schlegel, Josef Schneider, Alois Steffes, Nikolaus Steimers und Alois Thomas. Erster Wehr­führer war Adam Saxler. Als dessen Nachfolger wurde im Jahr 1950 Ludwig Schlegel er­nannt. Im selben Jahr installierte man in der Nähe des Gemeindedreschplatzes (heute Bushal­testelle im Oberflur) einen dringend notwendigen Löschwasserhydranten.

Die Ortsgemeinde Auderath war in der Nachkriegszeit aufgrund des großen Waldbesitzes im Vergleich zu den Nachbargemeinden relativ wohlhabend und beschloss daher in den fünfziger Jahren bei der Provinzial Versicherung die Laub- und Nadelholzbestände gegen Feuer zu ver­sichern, um das Vermögen auch bei einer Brandkatastrophe zu erhalten.

Im Jahr 1954 konnte eine motorbetriebene Tragkraftspritze TS 6/6 beschafft werden, die mit einem Zweizylinder ILO Motor und einer modernen Gasstrahlerentlüftungseinrichtung zum Ansaugen ausgestattet war, wodurch es nicht notwendig war über eine Handpumpe manuell anzusaugen. Diese Pumpe leistete der Auderather Feuerwehr über 30 Jahre lang treue Dienste und ersetzte die alte Feuerwehrspritze, die leider verschrottet wurde und daher heute nicht mehr erhalten ist.

 

 

Fahnenweihe 1961

Matthias Saxler, Nikolaus Steimers, Josef Perling, Ewald Schneider, Johann

Risser, Josef  Pauken, Josef Wolkenfeld, Günter Berens, Josef Schneider,

Alois Thomas, Herbert Diederichs, Richard Thomas, Paul Perling,

Werner Thomas, Reinhold Hürter, Hermann Steimers, Helmut Pauken,

Karl-Josef Schneider, Peter Schneider

 

1957 beschloss der Gemeinderat, für die Freiwillige Feuerwehr einen Tragkraft-spritzenan­hänger für 850,- DM herstellen zu lassen, um die beschaffte Tragkraftspritze unterbringen zu können. Wehrführer zu dieser Zeit war Peter Roß, dessen Nachfolger 1960 Alois Thomas wurde. Die von den Schwestern vom Karmel St. Josef Waldfrieden für nur 100,- DM gefer­tigte prachtvolle Fahne  mit kunstvollen Stickereien wurde 1961 festlich eingeweiht. Sie hat heute ihren Platz in einem Wandschrank im Unterrichtsraum des Feuerwehrgerätehauses.

Im Jahr 1963 erwarb die Gemeinde einen neuen Tragkraftspritzenanhänger, der noch bis ins Jahre 2010 genutzt wurde.

1967 wurde Reinhold Hürter als Wehrführer ernannt. Zu dieser Zeit hatte die Freiwillige Feuerwehr Auderath 25 aktive Mitglieder und erhielt als Aufwandsentschädigung von der Gemeinde einen jährlichen Zuschuss für die Kameradschaftskasse in Höhe von 10,- DM pro aktives Mitglied. Dieser Betrag wird auch heute noch in unveränderter Höhe lediglich umgerechnet in EURO von der Verbandsgemeinde an die Feuerwehr ausgezahlt.

Im selben Jahr konnten die neuen Feuerwehrgeräteräume in den Garagen unterhalb des damaligen Gemeindehauses und heutigen Kindergartens am 10.09.1967 in Verbindung mit dem Verbandsgemeindefeuerwehrtag eingeweiht werden. Die damaligen Baukosten für die Geräteräume betrugen 9.145,- DM, wozu das Land Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von 1.600,- DM gewährte. Endlich konnte nun das baufällige alte Spritzenhaus abgerissen werden.

1973 feierte die Feuerwehr dann in Verbindung mit der Ausrichtung der Kirmes das 25-jährige Bestehen. Den Reinerlös spendete die Feuerwehr komplett für die Renovierung der Kirche.

 

 

25-jähriges Bestehen im Jahr 1973

 

Für Ausrüstungsgegenstände stellte die Gemeinde der Feuerwehr in diesem Jahr 1.800,- DM bereit.

Nachdem Peter Roß 1974 kurzzeitig Wehrführer gewesen war, wurde Alois Thomas erneut zum Wehrführer ernannt. Dieses Amt hatte er dann ununterbrochen bis 1989 inne.

In diesem Jahr konnten für 1.400,- DM Ausrüstung und Geräte für die Feuerwehr beschafft werden. Außerdem bezuschusste die Gemeinde die Beschaffung von 10 Feuerwehruniformen mit einem Betrag von 1.000,- DM. Insgesamt kosteten die Uniformen 2.200,- DM. Den Restbetrag abzüglich der Landesförderung trug die Feuerwehr selbst. Diese Regelung hat auch derzeit noch in ähnlicher Form Bestand. Jeweils ein Drittel der Uniformkosten werden heute von der Kameradschaftskasse vom Land und von der Verbandsgemeinde getragen.

Zum 01.01.1975 ging nun die Trägerschaft für die Feuerwehr von der Ortsgemeinde als Pflichtaufgabe auf die Verbandsgemeinde über. Die Ortsgemeinde konnte der Verbandsgemeinde eine für die damalige Zeit und Größe der Gemeinde gut ausgerüstete Feuerwehr übergeben. Wesentliche Investitionen in die Feuerwehr seitens der Verbandsgemeinde blieben in den nächsten Jahren aus.

1977 begann die Feuerwehr in Eigenleistung mit dem Bau der Schutzhütte, die im Juli 1978 eingeweiht wurde. Die Schutzhütte errichtete man in einer achteckigen Form auf einer Betonplatte. Sie hat rd. 60 Quadratmeter Bodenfläche und ist außen mit gespalteten Rundhölzern und innen mit Profilbrettern verkleidet. An Barmitteln hat die Schutzhütte 14.000,- DM gekostet.

Bei der Einweihung lobte der Bürgermeister Peter Josef Hürter den besonders tatkräftigen Einsatz des Brandmeisters Alois Thomas und des Feuerwehrmannes Matthias Saxler, dem die Schutzhütte auch ihren Namen „Matteshütte“ verdankt. Der Unterhalt und die Bewirtschaftung gingen auf die Feuerwehr über und werden auch heute noch von ihr wahrgenommen

 

 

 Einweihung der Schutzhütte

 

1983 konnte die Feuerwehr ihr 35-jähriges Bestehen feiern und 1986 erhielt sie eine gebrauchte Tragkraftspritze TS 8/8 mit Gasstrahler und VW Industriemotor (Käfermotor). Diese Pumpe ist ohne Elektrostart ausgestattet und war auch von ihren Leistungsdaten her für die damalige Zeit technisch schon veraltet, aber sehr robust. Sie ersetzte die irreparabel defekte alte TS 6/6 und war noch bis Ende 2010 im Einsatz.

1989 übernahm Alfons Steimers das Amt des Wehrführers. Sein Vorgänger Alois Thomas hatte das Amt insgesamt über 22 Jahre inne und prägte in dieser Zeit die Feuerwehr maßgeblich.

In den 90er Jahren stattete die Verbandsgemeinde die Feuerwehr mit einem 5,5 KVA Stromaggregat und einem Beleuchtungssatz bestehend aus zwei 1000 W Halogenstrahlern zur Einsatzstellenbeleuchtung aus. Zu dieser Anschaffung musste die Feuerwehr aus der Kameradschaftskasse einen erheblichen Zuschuss leisten.

1993 wurde dann auf Initiative des damaligen Wehrführers Alfons Steimers die Jugendfeuerwehr Auderath mit einem großen Fest gegründet.

 
 

 Landrat Dr. Klaus Peter Balthasar, Wehrführer Alfons Steimers,

hintere Reihe: Pascal Conradi, Andreas Benz, Mirco Diederichs, Alexander Steimers,

Carsten Steimers, Björn Dehn, vorn: Florian Benz, Christoph Steimers, Thomas und Torsten Moosmann,Caroline Swieczynski, Jörg Steimers, Philipp Steffes, Dirk Braun, Jürgen Pauken

 

Erster Jugendfeuerwehrwart war Dirk Braun. Am 16.05.1998 feierte die Feuerwehr Auderath ihr 50-jähriges Bestehen und das Kreisfeuerwehrverbandsfest fand aus diesem Anlass in Auderath statt. Im Jahr 2002 wurde dann Michael Reinwarth als Wehrführer ernannt, der das Amt im Jahr 2004 an Jörg Pellenz abgab. Nach dessen Rücktritt zum Jahresende 2005 nahm das Amt kommissarisch der stellvertretende Wehrführer Frank Stadtfeld wahr.

Im Jahr 2007 konnte dann, nachdem die Führungsfrage in der Auderather Feuerwehr durch die Ernennung von Jürgen Pauken als stellvertretendem Wehrführer und Frank Steimers als Wehrführer geklärt war, mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen werden. Dieses Gebäude war ursprünglich als eingeschossiges Gebäude mit auf der Erdgeschossdecke aufliegendem Satteldach und nicht ausgebautem Dachgeschoss konzipiert und mit 167.000,- € Gesamtkosten veranschlagt. Hiervon standen als Barmittel 55.400,- € Landeszuschuss, 40.000,- € Eigenmittel der Verbandsgemeinde, 15.000,- € Zuschuss der Ortsgemeinde und 30.000,- € Zuschuss der Jagdgenossenschaft, also insgesamt 140.000,- € zur Verfügung. Der Restbetrag in Höhe von 30.000,- € sollte durch Eigenleistung der Feuerwehrkameraden erwirtschaftet werden.

Letztlich wurden jedoch alle Gewerke mit Ausnahme des Innen- und Außenputzes sowie des Garagentores und der Türen durch Eigenleistung der Feuerwehrkameraden ausgeführt. Dadurch war es möglich, mit den zur Verfügung stehenden begrenzten Mitteln das Dachgeschoss komplett mit einem Unterrichtsraum, einer kleinen Küche und zusätzlichen Sanitäranlagen auszubauen sowie das Satteldach auf einen Kniestock aufzulegen um die begehbare Fläche zu erhöhen. Nach nur eineinhalbjähriger Bauzeit konnte im Juni 2009 dann die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses gefeiert werden. Ebenfalls mit in die Baukosten eingeflossen ist ein nicht unerheblicher vierstelliger Betrag aus der Kameradschaftskasse der Feuerwehr.

Auszug aus der Festansprache des Wehrführers anlässlich der Einweihung:

„Dieses Haus wurde nicht nur für uns selbst, die Feuerwehr Auderath, gebaut, sondern um den Brandschutz für alle Bürger der Gemeinde durch eine funktionierende Feuerwehr zu verbessern und somit zum Wohle der Allgemeinheit. Das Ergebnis ist nicht nur ein funktio­nales und ins Ortsbild passendes Gerätehaus, sondern ein weiteres kleines Schmuckstück für die Gemeinde. Die Feuerwehr Auderath ist nun sowohl von der Infrastruktur her als auch per­sonell sehr gut aufgestellt und trotz der Kräfte zehrenden intensiven Bauzeit noch eine har­monische Truppe, die sich gerne weiteren Aufgaben stellt, die mit einer zukünftig angezeigten Verbesserung der Ausrüstung einhergehen.“

 


 

Schlüsselübergabe bei der Einweihung 2009

Wehrleiter Thomas Kerpen, Wehrführer Frank Steimers, Kreisbeigeordneter Sehn, MdL Anke Beilstein,

Bürgermeister Hans-Werner Ehrlich, Reinhard Wendels, verdeckt Kreisfeuerwehrinspektor Hans-Werner Thomas und Bauleiter Theo Haas

 

 

Noch im  Jahr 2009 wurde die Feuerwehr mit einer Schaumausrüstung bestehend aus einem Zumischer Z2 und einem Kombinationsschaumrohr S2/M2 zur Herstellung von Schwer- und Mittelschaum ausgestattet. Das Sonderlöschmittel Schaum ist unter anderem geeignet zum Löschen von brennbaren Flüssigkeiten und Personenkraftwagen sowie zum Fluten von Kel­lern bei Kellerbränden.

Seit ihrem Bestehen musste die Feuerwehr Auderath ihre Einsatzfähigkeit bei einer Vielzahl von Bränden und technischen Hilfeleistungen (z. B. Hochwassereinsätze) unter Beweis stel­len. Auch die jährliche Absicherung des Karnevals- und St. Martinszuges gehören zu den Aufgaben der Feuerwehr. Ihren guten Ausbildungsstand konnte sie durch sehr gute Platzie­rungen bei den Wettkämpfen anlässlich der Kreis- und Verbandsgemeindefeuerwehrtage un­ter Beweis stellen.


 

Verbandsgemeindefeuerwehrtag 2007
 
 Andreas Benz, Mario Braun, Frank Steimers,

Daniel Perling, Florian Benz, Michael Fontanari, Thomas Moosmann, Jörg Steimers

 

So war sie mehrere Male Kreismeister und Verbandsgemeindemeister:

 

 

Heinz Schetter, Paul Laux, Wehrführer Alois Thomas, Albert Laux, Bernhard Schneider, Helmut Wendels,
2.R.v.l. Gerdi Saxler, Werner Steimers, Rein­hard Wendels

 

Derzeit besteht die Feuerwehr aus 45 aktiven Kameraden. Hiervon haben fünf erfolgreich den Führungslehrgang an der Landesfeuerwehrschule zum Gruppenführer absolviert und eine Vielzahl die Qualifikation als Truppführer und Truppmann. Auch Fachlehrgänge zum Atem­schutzgeräteträger, Sprechfunker, Maschinisten und Gerätewart absolvierten mehrere Kame­raden.

 

Im Jahr 2008 beantragte die Feuer­wehr Auderath ein Wasser führen­des Feuerwehrfahrzeug mit umluf­tunabhängigen Atemschutz-geräten. Dieses Fahrzeug wird den takti­schen Einsatzwert unserer Wehr durch den Wassertank sowie die Fähigkeit im Innenangriff unter Atemschutz vorgehen zu können um ein Vielfaches erhöhen und so­mit auch die Sicherheit der Bürger von Auderath verbessern. Im Mai 2010 wurde unsere Wehr mit einem gebrauchten Tragkraft-spritzenfahr­zeug Typ VW LT 31 ausgerüstet. In dieses Fahrzeug ist auch ein 4m Band BOS Funkgerät eingebaut.

Im Herbst 2010 erhielt die Feuer-wehr endlich eine neue Tragkraft-spritze Typ Rosenbauer Beaver PFPN 10/750 mit Elektrostart, die die alte Magirus Tragkraftspritze ersetzt.

 

 

 Die Feuerwehr Auderath ist nun auch mobil.  2010

 

Ende des Jahres 2010 wurde die Feuerwehr Auderath seitens der Verbandsgemeinde mit vier umluftunabhängigen Atemschutzgeräten vom Typ Dräger PSS 3000 ausgerüstet. Diese Geräte sind die leichtesten und modernsten im Jahr 2010 auf dem Markt befindlichen Atemschutzge­räte. Mit der Einführung der neuen Alarm- und Ausrückordnung wurde Anfang 2011 unserer Wehr der zusätzliche Auftrag übertragen, innerhalb der Einsatzgrundzeit umluftunabhängige Atemschutzgeräte in den Gemeinden Auderath, Filz und Wollmerath zum Einsatz zu bringen.

Im 2011 aufgestellten „Investitionsplan Feuerwehr“ der Verbandsgemeinde Ulmen wurde die Neubeschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges-Wasser für die Feuerwehr Auderath für das Jahr 2013 eingeplant.

Der Kameradschaftsverein der Feuerwehr Auderath hat derzeit insgesamt 68 Mitglieder. In diesem Verein wird der Zusammenhalt seit jeher großgeschrieben. Es werden Feuerwehrfeste der befreundeten Vereine besucht und Vereinsfahrten durchgeführt. Er richtet nun jedes Jahr ein Spritzenhausfest sowie abwechselnd mit anderen Vereinen die Dorfkirmes aus. Zum Ge­denken an die verstorbenen Kameraden wird traditionell am Ostermontag (Schottelefest) eine Hl. Messe gefeiert mit anschließender Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.

 


 

 Feuerwehr Auderath 1982 in Berlin

Paul Perling, Werner Thomas, Werner Steimers, Alois Thomas, Gerdi Saxler, Franz Rudolf Diederichs, Heinz Schetter, Bernhard Schneider, Helmut Pauken, Peter Wendels, Günter Be­rens, Josef Brost, Gerhard Thomas, Albert Steimers, Johann Risser, Albert Laux, Alfons Steimers, Karl Mindermann, Reinhold Hürter, Johann Steffes, Richard Thomas, Josef Laux, Hans Josef Benz, Helmut Wendels, Matthias Steimers, Gerhard Stengert und Jürgen aus Ber­lin, Rudolf Peters, Helmut Krämer, Jakob Hürter

 

Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Auderath seit der Gründung 1948

Aufstellung laut Protokollbüchern der Gemeinde sowie der Verbandsgemeindeverwaltung Ulmen

 

Die Wehrführer werden nach Wahl durch die Feuerwehrkameraden von dem Ortsbürger­meister bzw. ab 1975 von dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde zu Ehrenbeamten er­nannt. Der Wehrführer ist in Auderath jeweils in Personalunion auch Vorsitzender des Ver­eins Freiwillige Feuerwehr Auderath.

 

 

1948-1950       Adam Saxler

1950-1951       Ludwig Schlegel

1951-1960       Peter Roß

1960-1967       Alois Thomas

1967-1973       Reinhold Hürter

1973-1974       Peter Roß

1974-1989       Alois Thomas

1989-2002       Alfons Steimers

2002-2004       Michael Reinwarth

2004-2005       Jörg Pellenz

2006-2007       Frank Stadtfeld (kommisarisch als stv. Wehrführer

Seit 2007         Frank Steimers

 

 Quellen: Protokollbücher der Gemeinde, Schulchronik, Alois Steffes